Was bedeutet der Crop-Faktor?Vor dem Kauf einer neuen Kamera empfiehlt es sich, zunächst die Datenblätter verschiedener Kameras genauestens miteinander zu vergleichen. Allerdings umfassen die Datenblätter auch Angaben, mit denen nicht nur Laien nichts anzufangen wissen. So zum Beispiel der Crop-Faktor, den es unbedingt zu beachten gilt.

Was sagt der Crop-Faktor aus?

Der Crop-Faktor bezieht sich auf die Größe der Fläche, die beim Fotografieren belichtet wird. Bei analogen Kameras ist diese Fläche der Film. Bei Digitalkameras ist es hingegen der Kamerachip. Bei Kameras mit Crop-Faktor ist die lichtempfindliche Fläche (Film oder Chip) kleiner als bei Vollformat-Kameras. Demzufolge kann bei Verwendung eines identischen Objektivs bei identischem Abstand zum Motiv auch nur ein kleinerer Bereich des sogenannten Bildkreises abgelichtet werden. Zum besseren Verständnis ist dabei anzumerken, dass Bildkreis jene auf dem Kopf stehende, kreisrunde und spiegelverkehrte Abbildung des Motivs, die das Objektiv bei digitalen sowie bei analogen Kameras erzeugt, meint. Der Crop-Faktor gibt nun an, um wie viel kleiner der Bildausschnitt im Vergleich zu einer Vollformat-Kamera ist. Daher muss man bei einer Kamera mit Crop-Faktor einen größeren Abstand zum Motiv einnehmen, um den gleichen Bildausschnitt wie mit einer Kamera mit Vollformat-Sensor zu erhalten. Alternativ dazu kann man auch ein Objektiv mit einer anderen Brennweite verwenden. Welche Brennweite man dabei genau verwenden muss, lässt sich wiederum anhand des Crop-Faktors berechnen. So würde zum Beispiel ein 24 mm Objektiv bei einem Crop-Faktor von 1,6 vonseiten des abgelichteten Bildausschnitts einem 38 mm Objektiv bei einer Vollformat-Kamera entsprechen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass herkömmliche Objektive problemlos mit Kameras mit Crop-Faktor verwendet werden können. Spezialobjektive, die eigens für die Verwendung mit Kameras mit Crop-Faktor konzipiert wurden, sind hingegen völlig ungeeignet für den Einsatz mit einer Vollformat-Kamera.

Ist der Crop-Faktor nun gut oder schlecht?

Für Kameras mit Crop-Faktor spricht, dass sie schon aufgrund der deutlich kleineren Kamerachips zumeist viel günstiger als Vollformat-Kameras angeboten werden. Ungeachtet dessen fallen die Kameras in der Regel allgemein etwas kleiner aus, wodurch sie wiederum handlicher sind und sich somit besser mitnehmen lassen. Hinzukommt, dass auch die Spezialobjektive für Crop-Kameras im Vergleich zu herkömmlichen Objektiven für gewöhnlich viel kompakter und somit leichter sind. Darüber hinaus können ältere oder auch defekte Objektive, die bei Vollformat-Kameras Bildfehler, wie zum Beispiel chromatische Aberrationen oder auch eine Vignettierung aufweisen, dank des kleineren Bildausschnitts häufig noch eine Weile mit Crop-Kameras problemlos weiter verwendet werden.

Zusammenfassung

Der Crop-Faktor hat entgegen einer weitläufigen Meinung nichts mit der eigentlichen Brennweite zu tun. Außerdem gibt er keinen verbindlichen Aufschluss über die eigentliche Qualität der Kamera. Allerdings fällt die Diagonale des Bildausschnitts entsprechend zum Crop-Faktor kleiner als bei Vollformat-Kameras aus, was nicht zuletzt eine optimale Bildgestaltung erschweren kann.

Bildrechte: KayTaenzer – thinkstockphotos

Kommentare sind geschlossen.