Canon Powershot SX 200 IS (Foto: Canon)

Ob Panorama, Makro-Motiv oder Superzoom: Die Canon Powershot SX200IS liefert in jedem Anwendungsbereich brauchbare Ergebniss

Vor dem Problem stand schon so manch Kamerafreund: Da führt man in der afrikanischen Savanne die schöne neue Weitwinkel-Digicam auf Fotosafari, leiht sie mal kurz der Partnerin oder dem Freund – und muss sich dann das vernichtende Urteil anhören: „Deine Kamera taugt nichts, damit kann ich mich ja gar nicht an die Giraffe dort hinten heranzoomen, und die hübsche kleine Blüte hier fängt sie auch nicht richtig ein“. Das ist sie, die übliche Falle: Weitwinkel-Spezialisten versagen im Zoombereich, Superzoomer bleiben bei Panorama-Fotos unter dem Optimum, und beide versagen, wenn man sich einem Motiv im Makromodus nähern will.

Das ist bei der Canon Powershot SX200IS anders. Und die größte Überraschung dabei ist: nicht nur auf dem Papier. Tatsächlich liefert die Digitalkamera in jedem Bereich wirklich brauchbare Bilder. Rückt man ganz nah ans Motiv, ist nur das herausgefahrene Objektiv im Wege. Der Brennweitenbereich beginnt bei kleinbildäquivalenten 28 Millimetern – das ist zwar kein extremes Weitwinkel, aber eben doch größer als der Blickwinkel des menschlichen Auges. Mit der maximalen Brennweite von 336 Millimetern rückt der Fotograf virtuell ein ganzes Stück in die Ferne – das ist zwar kein Rekordwert, aber man braucht ja auch nicht immer ein Fernrohr. Unterstützt wird man dabei noch vom optischen Bildstabilisator, der ordentliche Arbeit leistet.

Doch nicht nur dass ein Motiv ins Bild passt ist wichtig, sondern auch wie es aufs Bild kommt. Und da muss sich die Powershot SX200IS nicht verstecken. Die Bildqualität ist gut, auch feine Details werden der Kameraklasse entsprechend aufgelöst. Problematisch wird’s, wenn das Licht nicht mehr ausreicht. Der 1/2,3-Zoll-Sensor zeigt spätestens bei ISO 400 deutliche Rausch-Artefakte. Gut, dass der Bildstabilisator noch ein, zwei Blendenstufen schenkt. Schwierig wird es aber auch, wenn es draußen zu hell wird, denn das Motiv kann man nur via Display begutachten. Das leuchtet zwar meist ausreichend hell – gegen strahlenden Sonnenschein kommt es aber nicht ab. So wie der Sucher fehlt übrigens auch ein Blitzschuh. Das stört, weil der eingebaute Blitz nicht sonderlich stark ausleuchtet. Ärgernis am Rande: Schaltet man die Kamera ein, springt immer auch die Klappe auf, unter der der Blitz verborgen ist, selbst dann, wenn die Blitzfunktion explizit deaktiviert wurde. Wenn das mal aus Versehen in der Hosentasche passiert – die Mechanik scheint jedenfalls nicht extrem stabil zu sein.

Digitalkamera-Vergleich-Urteil: Wenn eine aktuelle Digitalkamera das Prädikat „Universalgerät“ verdient hat, dann ganz sicher die Powershot SX200IS. Im Hosentaschenformat vereint Canon hier Funktionen, die sonst nicht zueinander passen wollen. Dass Canon nur einen 1/2,3-Zoll-Sensor einbaut und Sucher und Blitzschuh weglässt, ist vermutlich Selbstschutz: Wer sollte dann noch die teureren Modelle wie die Powershot G10 oder gar eine kleine Spiegelreflex kaufen?

Technische Daten Canon Powershot SX200IS

  • Bildsensor: 12 Megapixel, 1/2,3 Zoll, CCD
  • Bildschirm: 3,0 Zoll, 320 x 240
  • Brennweite (KB): 28-336 Millimeter
  • Optisches Zoom: 12-fach
  • Optischer Bildstabilisator: Vorhanden
  • Filmfunktion: 1280 x 720, 30 fps, nur Digitalzoom (4fach)
  • Speicherkarte: SD / SDHC
  • Maße: 10 x 6 x 3,8 zentimeter
  • Gewicht: 220 Gramm
  • Herstellerpreis: 350 Euro
  • Auch in blau erhältlich: Die Canon Powershot SX200IS

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