Fujifilm Finepix F200EXR (Foto: Fujifilm)
Seit Jahren warnen Experten, dass mehr Megapixel auf dem Sensor einer Digitalkamera nicht automatisch eine bessere Bildqualität ergeben. Im Gegenteil – je enger die Chip-Ingenieure die winzigen Sensorpünktchen packen, desto mehr hat der Hobbyfotograf mit zunehmendem Bildrauschen zu kämpfen. Am Ende, wenn es darauf ankommt, das Portemonnaie zu zücken, entscheidet aber oft genug nicht die Bildqualität – wie soll man die auch prüfen, wenn man beim Elektronik-Discounter vor dem Regal steht – sondern die Zahlen und Daten, die als technische Eigenschaften auf dem Etikett stehen. Unter lauter 12-Megapixel-Modellen hat die einsame 8-Megapixel-Digicam keine realistische Chance, selbst wenn ihre Fotos hübscher aussehen.

Erstmals traut sich nun ein ernstzunehmender Kamerahersteller, mit dieser Tradition zu brechen. So sind weder auf der Verpackung der Fujifilm Finepix F200EXR noch auf der Kamera selbst Megapixel-Zahlen zu entdecken. Lieber wirbt Fujifilm hier mit dem EXR-Sensor – und das völlig zurecht. Den Entwicklern des traditionsreichen japanischen Herstellers ist es nämlich gelungen, einen Sensorchip zu entwickeln, der wirklich aus jeder Situation das Optimum holt.

Schlauer Sensor statt Megapixelwahn

Dazu bekommt er von der Elektronik der F200EXR jede Menge Hilfe. Die Kamera entscheidet nämlich, wo der beste Kompromiss aus Bildauflösung und Bildrauschen liegt. Stimmen die Lichtverhältnisse, fotografiert der Sensor mit höchster Auflösung, das Bildrauschen ist dann niedrig genug. Wird es hingegen dunkler, senkt die Kamera die Auflösung. Dazu bietet der EXR-Sensor der F200EXR einen speziellen Modus, der wirklich überzeugende Ergebnisse liefert. Obwohl die Fotos dann formal nur noch sechs Megapixel groß sind (und entsprechend weniger verrauscht), erinnert die Detailauflösung eher an eine Neun-Megapixel-Kamera. Das Prinzip lässt sich noch fortsetzen – so kommt die Finepix F200EXR im Extremfall auf eine Empfindlichkeit von 12800 ISO (bei drei Megapixeln).

Bedenkt man, dass ja auch noch ein echter optischer Bildstabilisator ein bis zwei Blendenstufen spart, dann sieht man, dass F200EXR-Besitzer für die meisten Situationen gerüstet sein dürften. Schwierig wird es allerdings bei zu großer Helligkeit – dann ist auf dem 3-Zoll-Display nämlich nichts mehr zu erkennen. Ein optischer Sucher fehlt ebenso wie ein Blitzschuh – als kompakte Drittkamera für Profis ist die Finepix F200EXR deshalb weniger geeignet.

Fazit: Womöglich läutet Fujifilm mit der Finepix F200EXR ja wirklich einen neuen Trend ein – statt immer nur mehr Pixel in neue Kameras zu packen, könnten schließlich auch andere Hersteller dazu übergehen, die Bildqualität zu verbessern. Luft dafür gibt es im Kompaktbereich auf jeden Fall – das zeigt schon der Vergleich mit der Spiegelreflex-Klasse. Allerdings ist die F200EXR für eine Kompakte auch nicht eben billig: Die neue Technik hat bei Fujifilm ihren Preis.

Technische Daten der Finepix F200EXR

  • Bildsensor: 12 Megapixel, 1/1,6 Zoll, CCD
  • Bildschirm: 3,0 Zoll, 320 x 240
  • Brennweite (KB): 28-140 Millimeter
  • Optisches Zoom: 5-fach
  • Optischer Bildstabilisator: Vorhanden
  • Filmfunktion: 640 x 480, 30 fps, kein Zoom bei der Aufnahme
  • Speicherkarte: SD / SDHC, xD
  • Maße: 10 x 6 x 2,3 zentimeter
  • Gewicht: 194 Gramm
  • Herstellerpreis: 350 Euro
  • Auch in silber erhältlich: Die Fuji Finepix F200EXR

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