Megapixel bei der Digitalkamera: Ist mehr auch besser? Der Digitalkameramarkt ist ein Milliardengeschäft und die Hersteller übertrumpfen sich gegenseitig mit immer höher auflösenden und besseren Kameras. Das Hauptargument – die Anzahl der Megapixel. Aber ist eine Kamera mit einer hohen Anzahl an Megapixeln immer besser? Wir klären Sie über die Megapixel-Masche auf, und was wirklich wichtig für gute Bilder ist.

Hohe Auflösung gleich gute Bildqualität, oder doch nicht?

Den Herstellern zufolge kann eine Digitalkamera gar nicht genug Megapixel haben. Sicherlich ist es richtig, dass eine Fotografie mit einer hohen Auflösung eine bessere Detailtiefe bietet. Allerdings gehen mit der stetig wachsenden Anzahl an Megapixeln Nebenwirkungen einher. Besonders für Hobbyfotografen, die selten eine Auflösung von 10 Megapixeln, das entspricht 3888x2592px (zum Vergleich: FullHD-Auflösung entspricht 1920x1080px), benötigen, überwiegen die Nebenwirkungen häufig.

Von der theoretisch gewonnenen Detailtiefe durch die hohe Auflösung bleibt häufig nur ein Bruchteil übrig, da in erster Linie das Objektiv dafür verantwortlich ist, die Bildinformationen gebündelt auf den Sensor zu leiten. Durch die kompakte Bauform des Objektivs bei heutigen Digitalkameras tritt bei diesem Prozess häufig ein hoher Verlust an Details auf. Zudem treten Risiken und Nebenwirkungen wie Bildrauschen, Strahlendes Weiß, Auslösezeit und Speicherbedarf auf. Die Sensoren aktueller Digitalkameras sind sehr kompakt und rein physikalisch ist es nur möglich, eine begrenzte Anzahl an Pixeln auf den Sensoren unterzubringen. Durch die wachsende Anzahl an Pixeln muss jedes einzelne Pixel immer kleiner werden und eine Verstärkung des einfallenden Lichtes wird notwendig. Je nach Intensität der Verstärkung tritt dadurch, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen, in dunkleren Bereichen der Bilder schneller Bildrauschen auf.

Ein ebenfalls mit der Größe der Pixel einhergehendes Problem tritt bei zu großer Lichteinstrahlung auf. Sind Bereiche des Motives zu hell, können die kleinen Pixel die Menge an Licht nicht aufnehmen und stellen nur noch ein helles Weiß dar. Dadurch kommt es in hellen Bereichen des Bildes ggf. zu überstrahlten weißen Stellen. Nicht zu vernachlässigen ist die durch die hohe Auflösung entstehende Menge an Bildinformationen und der dadurch benötigte Speicherbedarf. Bei einem 10-Megapixel Bild, muss die Kamera weit über 30MB an Daten verarbeiten, was zu einer Verzögerung beim Auslösen und einem großen Speicherplatzbedarf auf der Speicherkarte führt.

Weniger ist manchmal mehr

Auch Kameras mit weniger als 10, 12 oder gar 14 Megapixeln können gute Bilder machen. Für Hobbyfotografen ist die Auflösung vollkommen ausreichend. Besonders bei Fotografien im Freien bei Sonnenschein oder in dunklen Umgebungen, kann eine Digitalkamera – nicht zuletzt durch einen oft schnelleren Auslöser – im Vorteil sein.

Bildrechte: lassedesignen – Fotolia

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