Nikon Coolpix P100 (Foto: Nikon)Hochgeschwindigkeitsaufnahmen, Full-HD Video, ein Megazoom und ein Preis, der unter 400 Euro liegt. Die Nikon Coolpix P100 bietet verdammt viel… aber nicht alles! Wir haben Stärken und Schwächen der Bridgekamera in einem ausführlichen Test aufgedeckt.


Eines vorweg: Das Handbuch der P100 ist dick. Und Sie werden es brauchen. Die neue Nikon-Kamera bietet nämlich so unendlich viele Aufnahme-Modi und Einstellungsmöglichkeiten, dass selbst bei experimentierfreudigen Fotografen keine Wünsche offen bleiben. Dafür ist allerdings das Manual unverzichtbar.
Die Coolpix P100 ist Nachfolger der P90 und in fast jeder Hinsicht überarbeitet worden ist. Der 12 Megapixel-CCD-Chip ist rausgeflogen, stattdessen arbeitet die Kamera mit einem rückseitig belichteten Sensor mit CMOS-Technologie, der es auf eine Auflösung von 10 Megapixeln bringt. Doch auch mit geringeren Pixelwerten soll diese neue Sensor-Technologie deutlich bessere Ergebnisse erzielen, als die herkömmlichen CCD-Chips.
Der neue Bildsensor ist zudem beweglich aufgehängt. Dies hilft, die Fotos nicht zu verwackeln, besonders im oberen Zoombereich. Auch eine unruhige Hand des Fotografen kann die Kamera so ausgleichen.

Die Nikon Coolpix P100 endlich mit CMOS-Chip


Optisch gibt es wenig zu meckern an der P100. Trotz ihrer Größe, bedingt durch das Objektiv, welches einen Brennweitebereich von 26 – 678 mm aufbieten kann, ist die Coolpix-Kamera gut zu handhaben.
Der elektronische Suche ist völlig in Ordnung und bietet sogar einen Dioptrienausgleich für Brillenträger Das ist komfortabel!
Wesentlich häufiger im Einsatz ist aber wohl das 3 Zoll Display, das sich nach oben und unten schwenken lässt.
Das Gehäuse der Kamera ist elegant und liegt gut in der Hand. Wirklich ärgerlich ist jedoch das Fehlen eines Blitzschuhs. Soll heißen: Es steht ausschließlich der eingebaute Mini-Blitz zur Verfügung, einen externen, leistungsstärkeren Blitz können Sie nicht einsetzen. Blöd so was!

Kompakte Digitalkamera mit rekordverdächtiger Serienbild-Funktion

Wir haben es ja bereits angedeutet: Das Handbuch der Coolpix P100 ist dick. Muss es auch, denn die Zahl der Aufnahmeoptionen ist gigantisch. Bei den manuellen und halbmanuellen Einstellungsmöglichkeiten bleiben absolut keine Wünsche offen, hier gibt es wirklich nichts, was die Kamera nicht kann.
Automatische Motiverkennung ist inzwischen eine Selbstverständlichkeit, ebenso ein „mitdenkender“ Autofokus (Tracking für bewegte Objekte). Klasse: Sogar einen Slot auf dem Modusrädchen der Kamera, der für eigene, benutzerdefinierte Einstellungen zur Verfügung steht, hat Nikon vorgesehen.
Für Sportfotografen gibt es wohl keine schnellere Kamera. Bis zu 25 Bilder mit einer Auflösung von 2 Megapixeln kann die P100 in einer einzigen Sekunde schießen. Wenn eine noch geringere Auflösung von einem Megapixel pro Bild reicht, lassen sich mit dem modernen CMOS-Chip sogar 60 Aufnahmen pro Sekunde machen. Wahnsinn!
Aber auch die normale Serienbildfunktion kommt bereits auf 10 Bilder pro Sekunde. Schneller als die Coolpix P100 ist keine!
Um die Bildqualität zu verbessern, hat Nikon der P100 einen HDR-Modus verpasst, der von einem einzelnen Motiv zahlreiche Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung macht. Diese Fotos werden dann zu einem einzigen Bild kombiniert.
Auch die Auswahl der besten Fotos nimmt einem die P100 ab. Hierfür steht der sogenannte „Best Shot-Selector“ zur Verfügung. Aus zehn in Serie geschossenen Aufnahmen wählt er das Schärfste aus und verwirft den Rest.

Die Videofunktion ist Klasse

Im Videomodus zeichnet die Kamera mit 30 Bildern pro Sekunde (30 fps) auf. Die Auflösung ist festgelegt auf 1080p mit wahlweise 14 oder 12 MBit/s, 720p mit 9 MBit/s, VGA und QVGA.
Was uns gefällt: Der optische Zoom bleibt aktiv und steht auch im Videomodus zur Verfügung. Auch Hochgeschwindigkeitsaufnahmen bei reduzierter Auflösung (240 fps bei 320 x 240 Pixeln, 120 fps bei 1280 x 720 Pixeln) sind möglich!
Qualitativ entsprechen die Videoaufnahmen jedoch insgesamt nicht den Ansprüchen eines vollwertigen Camcorders. Somit bleibt auch die P100 eine (gute) Verlegenheitslösung für Filmer. Als Pocket-Camcorder ist sie geeignet, mehr aber auch nicht!

Die Bildqualität der Coolpix P 100

Zum Schluss kommen wir zu dem, was einen Kamera einfach können muss: Fotografieren in der bestmöglichen Qualität. Und genau hier schwächelt die Nikon – trotz aller Feature und trotz des modernen Chips der in der P100 verbaut ist.
Selbst mit günstigen Spiegelreflex-Kameras kann sie kaum mithalten. Das liegt zum einen am Megazoom-Objektiv. Es macht die Bilder insgesamt recht weich und – im hohen Brennweitenbereich – vermittelt nicht immer den Eindruck brillanter Schärfe. Im Gegenteil. Die massive Rauschunterdrückung schluckt gerade in schwierigen Lichtverhältnissen viele Details. Das führt dazu, dass Aufnahmen ab ISO 400 mit gelben Flecken enttäuschen.
Zudem wirken die Farben vieler Aufnahmen nicht so natürlich wie sie sollten. Viele Resultate lassen sich zwar mit einem der vielen Kamera-Features anpassen, aber genau das, was eine Kamera am besten können sollte (Fotos machen) läuft bei der P100 nicht so rund wie es sollte.

Testergebniss der Nikon Coolpix P100 Digitalkamera

Die P100 ist eine beeindruckende Kamera mit einem beeindruckenden Objektiv und beeindruckend vielen Features und Möglichkeiten. Sie ist gut verarbeitet, gut ausgestattet, gut zu handhaben. Sie bietet eine mehr als anständige HD-Videofunktion und ist rasant schnell. Als Schnappschusskamera ist sie jedoch zu teuer und für ernsthafte Fotografen ist die Bildqualität nicht gut genug. Wer aber mit einer eher durchschnittlichen Bildqualität leben kann und eine Kamera sucht, die ihm alles andere bietet, was eine Kamera eben noch bieten kann, ist mit der Nikon Coolpix P100 gut bersten.

Technische Daten der Nikon Coolpix P100 Digitalkamera

  • Hersteller: Nikon
  • Modell: Coolpix P100 Digitalkamera
  • Auflösung: 10,3 Megapixel
  • Sensor: CMOS, Größe: 1/2,3 Zoll
  • Objektiv/Zoom: 26fach, 26-678 mm
  • Display: neigbarer 3-Zoll-Bildschirm mit 460000 Bildpunkten
  • Bildstabilisator: beweglicher Sensor und Nikon Vibration Reduction
  • Speicher intern/extern: 43 MB/SD
  • Dateiformate: JPG
  • Video (Auflösung/Bilder pro Sekunde): 1920 x 1080 Pixel/30 fps
  • ISO-Empfindlichkeit: 160 – 3.200
  • Stromversorgung: Lithium-Ionen-Akku
  • Sonderfunktionen: Live View, Motivprogramme, Gesichtserkennung
  • Abmessungen (B x H x T): 11,5 × 8,3 × 10 cm
  • Gewicht: ca. 481 g

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