Nikon D5000 (Foto: Nikon) Hobbyfotografen und Familien will Nikon die D5000 verkaufen. Das Sparmodell macht etliche Features der Profiklasse bezahlbar.
Auf den ersten Blick erinnert die Nikon D5000 an eine alte analoge Kamera: Auf ihrer Rückseite scheint sie nämlich gar keinen Bildschirm zu tragen. Natürlich täuscht der Eindruck: Das Display ist nur zur Schonung nach innen geklappt. Es ist eine helle Freude, damit herumzuspielen: Der Bildschirm lässt sich in fast jede erdenkliche Richtung kippen. Über Kopf zu fotografieren ist damit genauso einfach wie die Frosch-Perspektive. Auf dem Familienausflug bleiben die Knie der Hosen sauber, auch aus einer Menschenmenge heraus gelingen noch gute Fotos – man hat beinahe das Gefühl, man könne um die Ecke fotografieren (nein, so weit ist die Nikon-Technik noch nicht).

Mit 380 Gramm Gehäuse-Gewicht liegt auch die Neue wieder ganz oben, wenn es um erfolgreich geschrumpfte digitale Spiegelreflextechnik geht. Doch was hat sich sonst getan? Optisch schon mal sehr wenig. E-420 und E-450 sehen sich sehr ähnlich, gut, dass Olympus die Versionsnummer auf die Vorderseite druckt. Der 2,7-Zoll-Bildschirm ist mittlerweile nicht mehr ganz zeitgemäß, vermutlich hätte aber ein größeres Display Gewicht zugelegt. Klappbar ist das Display nicht, es ist aber liveview-fähig. Der Sucher, an dem man auch die Dioptrienzahl einstellen kann, erfasst 95 Prozent der Abbildungsfläche. Er ist nicht riesig, erfüllt aber seinen Zweck.

Nicht billig, aber gut

Was man dazu mitbringen muss, ist zum einen ein gewisses Budget – die Nikon D5000 gehört nicht zu den allerbilligsten digitalen Spiegelreflexkameras. Man braucht aber auch eine Menge Geduld. Im Live-View-Modus (den man braucht, wenn man in den unmöglichsten Lagen knipsen will) fokussiert die Spiegelreflex leider so langsam, dass flotte Motive schon wieder aus dem Blickfeld laufen. Klar – man kann jederzeit auf den Sensor-Autofokus umschalten. Nur muss man dazu dann doch wieder durch das Okular schauen und sich ganz nach Bedarf zu Boden werfen oder auf eine Leiter klettern. Ein Gerät, das als Familien-Kamera vermarktet wird, dem aber die Kids davonlaufen – das sind nicht wirklich ideale Voraussetzungen.

Schade eigentlich, denn die Nikon D5000 bringt gleich noch eine Besonderheit mit, die zuvor eher im Profibereich zuhause war: Sie kann filmen, und zwar in High Definition (720p). Der Regisseur muss dabei allerdings ein bisschen planvoll vorgehen: Zuerst auf den gewünschten Ausschnitt zoomen und per Hand oder Automatik scharf stellen, danach erst filmen. So kommt man Schnipsel um Schnipsel zum Urlaubsvideo und wird dabei von Nikon gleich noch vor den häufigsten Anfängerfehlern bewahrt – rasanten Zoom- und Schwenkfahrten nämlich, bei denen die Nikon D5000 den Fokus verlieren würde. Man sieht, es handelt sich dabei nicht um Mängel der Kamera, sondern um bewusste Features – so kann man es jedenfalls sehen, wenn man Nikon gewogen ist. Wenn nicht, könnte man sich wundern, warum Panasonic bei der G1 so viel schneller kann, was die Nikon-Ingenieure offenbar noch nicht beherrschen.

Digitalkamera-Vergleich-Urteil:

Die Nikon D5000 ist eher für Familien mit erwachsenen Kindern geeignet, die langsame Motive aufs Bild bannen wollen, ohne sich allzusehr zu verrenken. Die Kamera ist für eine D-SLR erstaunlich einfach zu bedienen – Nikon hat sich ganz offensichtlich bemüht, das Gerät auch weniger erfahrenen Fotografen zugänglich zu machen. Die Bildqualität ist ohne Tadel, der große 12-Megapixel-Sensor leistet sehr gute Arbeit.

Technische Daten der Nikon D 5000

  • Bildsensor: 12 Megapixel, 23,6 x 15,8 mm, CMOS
  • Bildschirm: 2,7 Zoll, 320 x 240, dreh- und schwenkbar
  • Brennweite (KB): Wechselobjektiv
  • Optisches Zoom: Wechselobjektiv
  • Optischer Bildstabilisator: im Objektiv
  • Filmfunktion: HD, 1280 x 720, 24 fps
  • Speicherkarte: SD / SDHC
  • Maße: 13 x 10,5 x 8 Zentimeter
  • Gewicht: 560 Gramm
  • Herstellerpreis: ca. 750 Euro (Gehäuse), 860 Euro (Kit mit 18-55-VR-Objektiv), 930 Euro mit dem beliebten 18-105 Objektiv

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