Canon EOS 500D (Foto: Canon)
Seit es Nikon mit der D90 vorgemacht hat, will kein Spiegelreflexkamera-Hersteller mehr auf einen Filmmodus verzichten. Ist die FullHD-Aufzeichnung der Canon EOS 500D ein echter Kaufgrund?
Es klingt ja eigentlich nicht schlecht: Die Canon EOS 500D besitzt einen vergleichsweise riesigen Sensor – erst recht, wenn man einen typischen Camcorder daneben stellt. Das allein schon sollte für hervorragende Bildqualität bei Videos garantieren. Man kann sie mit verschiedenen Objektiven ausstatten – bei Videorecordern für Hobbyfilmer schwer vorstellbar. Damit wäre die Kamera auch noch unglaublich flexibel. Und doch ist sie alles andere als erste Wahl, wenn es ums Filmen geht. Wie konnte das passieren?

Zwei Gründe spielen eine Rolle. Zunächst hat es etwas mit dem Zoomen zu tun. Klar, Zoomfahrten sollte man in einem selbst gedrehten Streifen theoretisch sowieso vermeiden. Aber viele Hobbyfilmer wollen eben doch nicht darauf verzichten. Nun verbietet Canon, anders als Nikon bei der D90, der EOS 500D das Zoomen nicht völlig. Allerdings landet dann zum einen das Zoomgeräusch im Film, zum anderen spielt der Autofokus nicht mit. Der arbeitet nämlich ganz fotokameratypisch, indem er das Objektiv ein bisschen vor- und zurückfährt. Das macht das Zoom unbrauchbar – und verständlich, warum Nikon diese Funktion gleich ganz abschaltet.

Ton leider nur über das interne Mikrofon der EOS 500D

Zum anderen hat es etwas mit dem Sound zu tun. Nun gut, für Stummfilme ist die Canon EOS 500D gut geeignet. Wenn aber tatsächlich Geräusche aufzuzeichnen sind, dann kann sie nur auf ihr internes Mikrofon zurückgreifen – und das kann es eben in keiner Weise mit einem externen Mikro aufnehmen. Schade eigentlich! Denn an sich ist die Canon EOS 500D keine schlechte Kamera. Sie bringt für einen bezahlbaren Preis viele Profi-Features mit, die sonst ihren teureren Spiegelreflex-Schwestern vorbehalten sind. Zuallererst natürlich den wirklich gelungenen Sensor, der noch von einer flotten Elektronik darin unterstützt wird, Rauschen so gut wie möglich zu vermeiden. Dann der 3 Zoll große Bildschirm, der Fotos in 640 x 480 Punkten zeigt und auch als Live-View-Display arbeitet. Damit ist schon eine deutlich bessere Bildbeurteilung möglich als mit einem Display mit 320×240 Punkten.

Die Canon EOS 500D arbeitet schnell. Das gilt auch für ihren Autofokus – jedoch nur, wenn man den Sensor-Autofokus verwendet und nicht den Kontrast-Autofokus des Live-View-Modus. Immerhin kann man zwischen beiden umschalten. Seltsam, Panasonic hat bei der G1 gezeigt, dass auch ein Kontrast-Autofokus blitzschnell arbeiten kann. Schade auch, dass das Budget nicht für einen dreh- und schwenkbaren Bildschirm gereicht hat, der das Fotografieren aus ungewöhnlichen Perspektiven erleichtert – eigentlich DAS Feature, das Live View erst richtig zum Erfolg verhilft.

Digitalkamera-Vergleich-Urteil: Die Canon EOS 500D sollte man nicht wegen des Filmmodus kaufen, sondern wegen ihrer Foto-Fähigkeiten, die deutlich über denen des Einsteiger-Modells EOS 1000D liegen. Wer etwas mehr Geld übrig hatte sollte sich die 500D mit dem 17-200mm Zoomobjektiv anschaffen. Das passt deutlich besser zu den Fähigkeiten der Kamera als das recht einfach 18-55 Objektiv, dass meist mit angeboten wird.

Technische Daten der Canon EOS 500D

  • Bildsensor: 15 Megapixel, APS-C (22,3×14,9 mm), CMOS
  • Bildschirm: 3 Zoll, 640 x 480
  • Brennweite (KB): Wechselobjektiv
  • Optisches Zoom: Wechselobjetiv
  • Optischer Bildstabilisator: in den Objektiven
  • Filmfunktion: FullHD, 1920×1080
  • Speicherkarte: SD / SDHC
  • Maße: 13 x 10 x 6 Zentimeter
  • Gewicht: 480 Gramm (ohne Objetiv)
  • Herstellerpreis: ca. 800 Euro (Gehäuse), 900 Euro (Kit mit 18-55-Objektiv), 1200 Euro (Kit mit 18-200mm IS Objektiv

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