Gehören Sie zu den Menschen, denen der Anblick eines Oldtimers Tränen der Freude in die Augen treibt? Oder zu denen, die lieber ein barockes Schloss als einen hochmodernen, vollverglasten Wolkenkratzer sehen? Dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Auch unter den Digitalkameras gibt es optische Oldtimer, die aber mit hochmoderner Technik ausgestattet sind. Sogenannte „Retromodelle“. Die Olympus PEN E-P1 ist so eine Kamera: Klassisches Design mit der Qualität des neuen Jahrtausends.

Olympus PEN E-P1: Augen-Schmaus

Beim ersten Anblick der Olympus Pen E-P1 kriegt man durchaus nostalgische Gefühle. 1959 war mit der Olympus PEN eine Kamera entwickelt worden, die bis Anfang der 80’er Jahre eine echte Erfolgsgeschichte schrieb. Die Pen E-P1 hat das 50’er Jahre Modell als optisches Vorbild genommen und ist eine wahre Hommage an das Design vergangener Zeiten. Schicht, silbern, altmodisch… im positiven Sinne.

Wechsel-Balg

Die Pen E-P1 ist eine Kamera der sogenannten „Micro-Four-Thirds-Klasse“. Mit dem Bild-Seitenverhältnis 4:3 hat die Namensgebung Four Thirds (engl. „Vier Drittel“) nichts zu tun, namensgebend ist das Außenmaß des Sensors. Wir wollen hier nicht in technische Details gehen, denn mit der Bildqualität hat dies nur wenig zu tun. Soviel also zur Theorie.

Das Objektiv der Kamera kann ausgetauscht werden, das ist praktisch und erhöht die Einsatzmöglichkeiten gegenüber Digitalkameras, die ausschließlich ein fest installiertes Objektiv nutzen. Zu beachten ist, dass alle Objektive ein Micro-Four-Thirds-Bajonett oder einen passenden Adapter haben müssen.

Olympus PEN E-P1: Leicht-Gewicht

Ohne Objektiv ist die Pen E-P1 ein absolutes Leichtgewicht. Gerade mal 385 Gramm wiegt sie. Dies ist allerdings nur möglich, weil Olympus auf einen optischen Sucher komplett verzichtet hat. Dieser kann zwar – über den Blitzschuh – aufgesteckt werden, aber in der Grundausstattung fehlt er eben.

Auch ein Blitz ist nicht verbaut. Ebenso wie der optische Sucher kann er aufgesteckt werden. Hier gilt: Entweder, oder! Entweder optischer Sucher oder Aufsteckblitz.
Aber gerade wenn es um Schnappschüsse geht, ist das Fehlen eines eingebauten Blitzes schade.

Scharf-Macher

Für alle, die eine satte Ausstattung mit Pixeln brauchen bietet die Retro-Olympus 12,2 Megapixel. Das Auflösevermögen der Kamera ist klasse und sinkt bei steigender ISO-Zahl nur langsam. Auch die Farben der Bilder wirken natürlich und frisch. Insgesamt überzeugt die E-P1 in diesem Bereich. Bilder im RAW-Format sind möglich und die Qualität der Aufnahmen ist gut! Verbesserungsfähig ist das Bildrauschen, dass grundsätzlich etwas höher ist als bei vergleichbaren Digitalkameras.

Das Display entspricht mit einer Größe von 3 Zoll dem Standard und bietet ebenfalls einen guten Kontrast. Die Displayauflösung von 230.000 Subpixeln ist allerdings wenig zeitgemäß. In dieser Preisklasse müsste sie höher liegen. Störende Auswirkungen hat das Fehlen eines optischen Suchers bei direkter Sonneneinstrahlung auf das Display. Dann wird eine Bildbeurteilung schwierig. In diesem Fall macht es Sinn, sich auf die Automatik-Funktionen der Pen E-P1 zu verlassen.

Olympus PEN E-P1: Schnell-Schießer

Drei Bilder pro Sekunde in der Serienbildfunktion sind eine feine Sache und ein guter Wert für Kameras dieses Segments. Bis zu 20 Aufnahmen in Folge können Sie mit der Pen E-P1 im Jpeg-Format schießen. Wenn Sie Fotos im RAW-Format machen, sind es immerhin noch 12.
Langsamer ist der Autofokus, der – bei Nutzung des Zooms – fast 1,3 Sekunden braucht, bis er scharf macht.

Video-Star

HD-Video in einer Retro-Kamera? Ja! Geht! Mit einer Auflösung von 1280x 720 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde kann die Olympus PEN E-P1 filmen, speichert jedoch nur in Motion-JPEG-Kompression. Der Autofokus funktioniert übrigens auch im Video-Modus, allerdings pumpt er stark. Unterschiedliche Bildeffekte ersparen eine Nachbearbeitung am Computer, via HDMI lässt sich die Kamera direkt an den Fernseher anschließen.

Fazit der Olympus PEN E-P1

Die PEN E-P1 kauft man nicht, weil Sie die beste Technik bietet oder die sensationellsten Aufnahmen macht. Man kauft sie aus emotionalen Gründen und wegen ihres außergewöhnlichen, gelungenen Designs. Bildauflösung und Qualität überzeugen, schön wäre ein schnellerer Autofokus und ein geringeres Bildrauschen gewesen. Insgesamt ist die PEN e-P1 eine gut verarbeitete, solide Kamera mit außergewöhnlicher Optik! Gute Kamera!

Technische Daten Olympus PEN E-P1

Bildsensor: 12,3 Megapixel, 4/3“ Live MOS Sensor
Bildschirm: 3 Zoll, 320 x 240, 230.000 Punkte
Brennweite (KB): Je nach Objektiv
Optisches Zoom: Je nach Objektiv
Optischer Bildstabilisator: Ja
Filmfunktion: Ja (1280 x 720, 30 fps)
Speicherkarte: SD / SDHC
Maße: 120,5 x 70 x 35 Millimeter (nur Gehäuse)
Gewicht: 335 Gramm (nur Gehäuse)
Preis: 480 Euro

Foto: Olympus

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