Weitwinkelobjektiv
Oktober 13, 2009 by Digitalkamera Test · Kommentar hinterlassen
Bei einem Weitwinkelobjektiv handelt es sich um ein Objektiv mit einem Bildwinkel, der größer ist als es unser menschliches Auge normalerweise wahrnimmt. Die Brennweite ist gegenüber dem Normalobjektiv, welches als Brennweite etwa die Diagonale des Aufnahme-Bildformates hat, kürzer und der Bildwinkel ist größer. Auf diese Weise kann ein relativ großer Bereich abgebildet werden. Allerdings werden die Objekte im Vergleich kleiner abgebildet, weil ja im Prinzip mehr auf das Bild kommt. Somit wird der Bildmaßstab bei gleicher Objektentfernung kleiner, woraus sich auch die charakteristische Schärfentiefe ergibt.
Weitwinkelobjektiv: betonter Vordergrund
Als Schärfentiefe bezeichnet man die Größe des Bereiches eines Motivs, der auf der Bildebene scharf abgebildet wird. Verwendet man ein Weitwinkelobjektiv, so wird im Gegensatz zum Teleobjektiv nicht der Hintergrund sondern der Vordergrund des Objektes betont. Dies führt gerade bei Kompaktkameras, die häufig ein Weitwinkelobjektiv besitzen, zu unnatürlichen Verzerrungen der Perspektive. Um ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv zu bauen, benötigt man einen sehr hohen konstruktiven Aufwand. Daher verfügen die meisten preiswerten Weitwinkelobjektive im Vergleich zu Normalobjektiven eher über eine geringere Lichtstärke.
Weitwinkelobjektive in verschiedenen Kategorien
Entsprechend der Brennweite und dem Anwendungszweck kann man Weitwinkelobjektive in unterschiedliche Kategorien einteilen. Gemäßigte Weitwinkel- oder auch Reportage-Objektive haben nur eine geringe Weitwinkelwirkung, diese Objektive verfügen über eine relativ große Schärfentiefe bei nur geringen Verzerrungen. Superweitwinkelobjektive haben diagonale Bildwinkel über 80°, mitunter werden sie auch als Ultraweitwinkelobjektive bezeichnet. Sie finden hauptsächlich in der Naturphotographie Verwendung, da sie spektakuläre Effekte aufgrund der für diese Brennweiten typischen Verzerrung erreichen. Auch Zoom-Objektive können über einen veränderlichen Bildwinkel mit Weitwinkel-Abbildung verfügen. Sie werden oft „Übergangszoom“ oder „Tele-Weitwinkel-Zoom“ genannt, allerdings sind die Abbildungsfehler sehr viel schwieriger zu beherrschen als bei Telezooms, so dass hier erst mit rechnergestützter Konstruktion und neuen Spezialgläser gute Ergebnisse erzielt werden. Ein häufig verwendetes Weitwinkelobjektiv ist auch das „Fischauge“ mit Brennweiten unter 20 mm, das gerade Linien biegt, sie also rund verzeichnet. Fischaugenobjektive besitzen eine völlig andere Art der Projektion und sind mit sehr variablen Eigenschaften erhältlich.
Mit einer Brennweite von 24 bis 72 Millimeter kann die Ricoh Caplio GX100 Digitalkamera echte Weitwinkel-Fotos machen.
Teleobjektiv
Oktober 1, 2009 by Digitalkamera Test · Kommentar hinterlassen
Allgemein wird als Teleobjektiv ein Objektiv mit einer längeren Brennweite und kleinerem Bildwinkel als das sogenannte Normalobjektiv (Brennweite etwa Diagonale des Aufnahme-Bildformates) bezeichnet. Meist werden sie verwendet, um weit entfernte Objekte zu vergrößern und nahe heranzuholen, vergleichbar in etwa mit einem Fernglas.
Teleobjektiv: geringe Schärfentiefe
Typisches Merkmal der Teleobjektive ist die geringe Schärfentiefe, sie wird verwendet, falls nur das eigentliche Motiv scharf abgebildet werden soll. Bei den Teleobjektiven handelt es sich meist um Wechselobjektive, fest integriert kommen sie nur selten vor. Oft werden sie beispielsweise für die Makrophotographie verwendet, da hier aufgrund des größeren Arbeitsabstandes zum Objekt im Vergleich zu anderen Objektiven die Beleuchtung einfacher ist. Wird statt eines Teleobjektivs ein Weitwinkelobjektiv verwendet, so wird nicht der Vordergrund des betreffenden Objektes sondern dessen Hintergrund betont.
Teleobjektiv mit und ohne Stativ
Grundsätzlich lassen sich Teleobjektive je nach Brennweite und Verwendungszweck in verschiedene Kategorien einteilen. Porträtobjektive verfügen über eine verringerte Schärfentiefe und erlauben somit eine günstige, verzerrungsfreie, aber noch nicht flache Abbildung von Gesichtern. Von Vorteil ist hierbei, dass sich diese Objektive (Brennweiten meist 85 oder 100 mm) noch problemlos ohne Stativ benutzen lassen. Standard-Teleobjektive mit Brennweiten von ca. 135 bis 200 mm finden hauptsächlich Verwendung in der Natur- und Landschaftsphotographie. Hier wird allerdings aufgrund der notwendigen Verwendung hochempfindlicher Filme i. d. R. ein Stativ erforderlich, um nicht zu verwackeln. Für spezielle Anforderungen wie Tier- und Sportphotographie werden Superteleobjektive eingesetzt. Ihre Brennweiten liegen über 300 mm, für ihre Verwendung ist – nicht zuletzt aufgrund des hohen Gewichts – ein Stativ unerlässlich. Sonderanfertigungen sind beispielsweise Spiegellinsenobjektive, die es mit ihrem besonderen (sog. „gefalteten“) Strahlengang möglich machen, äußerst kleine, kompakte und vergleichsweise leichte Objektive mit großen Brennweiten herzustellen. Es gibt sie mit Brennweiten von 250 bis 2000 mm, allerdings sind bei dieser Technik ringförmige Reflexionen nicht zu umgehen, was sich durchaus als störend herausstellen kann.
Ein Beispiel für top Bildqualität liefert die Olympus E-P1.
Brennweite
September 17, 2009 by Digitalkamera Test · Kommentar hinterlassen
Als Brennweite versteht man in der Optik die Entfernung einer Linse von ihrem Brennpunkt oder – genauer gesagt – den Abstand des Brennpunktes von der Hauptebene einer Linse bzw. eines Hohlspiegels. Der Brennpunkt wird auch als Fokus bezeichnet und ist eine Eigenschaft des optischen Systems, also unabhängig von der jeweiligen Aufnahmesituation oder Fokussierung. Man unterscheidet Sammellinsen (und Hohlspiegel) mit positiver Brennweite von Zerstreuungslinsen mit negativer Brennweite. Sammellinsen bündeln alle parallel zur optischen Achse einfallenden Lichtstrahlen im Brennpunkt.
Brennweite definiert den Bildwinkel
Die Brennweite eines Objektivs definiert gemeinsam mit dem Aufnahmeformat den Bildwinkel und damit natürlich den darstellbaren Bildausschnitt. Man bezeichnet ein Objektiv, dessen Brennweite ungefähr so groß ist wie die Diagonale des Aufnahmeformats als Normalobjektiv für das betreffende Format. Die Brennweite ist abhängig von der Form der verwendeten Linse, sie verändert sich bei einer sphärischen Linse vom Randbereich zum Zentralbereich. Dieser Effekt kann durch Abblenden, durch Verwenden asphärischer Linsen oder Spiegel oder auch durch Kombination mehrerer Linsen, die den Fehler ausgleichen, behoben werden. Auch die Farbe (d. h. Wellenlänge) des Lichtes verändert die Brennweite. Hieraus resultieren Abbildungsfehler wie u. a. Farbsäume oder unscharfe Stellen. Ausgeglichen werden kann das Problem durch die Verwendung achromatischer oder apochromatischer Linsenkombinationen. Führt man vom selben Standort Aufnahmen mit unterschiedlichen Brennweiten durch, so erreicht man eine Änderung des Abbildungsmaßstabes, die Perspektive bleibt gleich, es ändert sich allerdings der Bereich der Schärfentiefe.
Individuelle, perspektivische Darstellungen
Umgekehrt führt die Durchführung von Aufnahmen mit unterschiedlichen Brennweiten und gleichem Abbildungsmaßstab zu verschiedenen perspektivischen Darstellungen. Ursache ist der unterschiedliche Aufnahmeabstand. Beispielsweise wird bei der Aufnahme mit einem Weitwinkelobjektiv der Vordergrund des jeweiligen Objektes stark betont, wohingegen bei Aufnahmen mit dem Teleobjektiv der Hintergrund stärker betont wird. Dieser Effekt entsteht aufgrund unterschiedlicher Brennweiten bei gleichem Abbildungsmaßstab, wofür allerdings unterschiedliche Entfernungen zum Objekt nötig sind. Daher verändert sich schließlich die Perspektive, was bei Verwendung eines Weitwinkelobjektivs gerade bei großen Bildwinkeln oder kleinen Aufnahmeabständen unnatürlich oder verzerrt wirken kann.
Ein gutes Beispiel für die Qualität der Aufnahmen ist die Casio Exilim EX-H100.


